{"id":1048,"date":"2018-09-04T16:31:55","date_gmt":"2018-09-04T14:31:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/wp2\/?p=1048"},"modified":"2019-02-02T11:39:22","modified_gmt":"2019-02-02T10:39:22","slug":"nordportugal-3-porto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/foto.refro.at\/?p=1048","title":{"rendered":"Nordportugal 3 &#8211; Porto"},"content":{"rendered":"<p>Gute 30 Jahre liegen zwischen meinem ersten und dem zweiten Besuch dieser Stadt \u2013 damals nat\u00fcrlich per <em>Interrail<\/em>, dem zu meiner Jugend angesagten und auch leistbaren Transportmittel f\u00fcr den ganzen Sommerurlaub. Und das waren damals zumindestens 4-5 Wochen unbeschwertes Europavergn\u00fcgen.<\/p>\n<p>Und wie hat sich diese Stadt in letzten Jahren zum Positiven ver\u00e4ndert! Nicht dass es g\u00e4nzlich andere Sehensw\u00fcrdigkeiten zu betrachten gibt, nein, ich war erstaunt, dass wir auch damals bereits die wichtigsten Pl\u00e4tze der Stadt besucht und abgelichtet hatten \u2013 einige Fotos gleichen sich damals und heute fast wie ein Ei dem anderen. Ein gravierender Unterscheid ward aber sofort augenscheinlich \u2013 denn an damals kann ich mich beim Betrachten der Bilder im Fotoalbum noch\u00a0sehr gut erinnern: in dieser Stadt war komplett \u201etote Hose\u201c. Wir fragten uns scherzhaft, ob sie \u00fcberhaupt belebt bzw. bewohnt ist und hatten bis dato auf unserem Trip keine anderes Pflaster erlebt, in dem (abends) so bald die Gehsteige hochgeklappt wurden ;-).<\/p>\n<p>Szenenwechsel zum Sommer 2017, ganze 27 Jahre sp\u00e4ter:<\/p>\n<p>Wir kommen Samstag vormittags via der A28 von Norden her in die Stadt \u2013 und stehen auch gleich im Stau! Und was f\u00fcr ein Stau. Eine halbe Stunde keine Bewegung. Das kann doch nicht sein, was ist da los? Also erstmals zum Telefon gegriffen und unserer Vermieterin informiert, dass wir nicht zum vereinbarten Zeitpunkt am vereinbarten Ort erscheinen k\u00f6nnen. Sie ist dann auch gleich diejenige, die alles erkl\u00e4rend aufl\u00f6sen kann: es ist <em>Red Bull Air Race<\/em> an diesem Wochenende. Zum dritten Mal in Porto. Und zugleich fallen mir zwei Personen aus meiner Heimat ein, welche unzertrennlich mit dem Air Race verbunden sind: zum einen <em>Hannes Arch<\/em>, den verungl\u00fcckten Piloten, welcher hier 2007 das Rennen gewonnen hat und mein<em> Cousin Wolfgang<\/em>, welcher einer der technischen Verantwortlichen f\u00fcr dieses Event ist. H\u00e4tten wir uns nicht ein paar andere Tage f\u00fcr Porto aussuchen k\u00f6nnen? Nein, im Ernst, es war ganz cool beim Training &amp; Rennen zusehen zu k\u00f6nnen, gratis selbstverst\u00e4ndlich, denn bei einer so h\u00fcgelig angelegten Stadt w\u00e4re die logostisch anders gar nicht machbar. Und auch die L\u00e4rmbelastung hielt sich in Grenzen.<\/p>\n<p>Also nichts mehr mit \u201emutterseelenalleine\u201c in Porto. Aber auch ohne das Red Bull Air Race ist diese Stadt kein Kind von Traurigkeit mehr. Seit <em>Ryanair<\/em> hier t\u00e4glich englische Touristen einfliegt, boomt es richtiggehend, erz\u00e4hlte uns ein Einheimischer. Und die Handelsbeziehungen mit den Engl\u00e4ndern sind seit hundert(en) Jahren Dank dem Portwein gefestigt, kein Wunder also, dass hier Inselbewohner einen L\u00f6wenanteil unter den Besuchern ausmachen.<\/p>\n<p>Auch nach dem Air Race-Wochenende bleiben gef\u00fchlt noch auf jeden Einheimischen zumindestens 2-3 Stadtbesichtiger \u00fcber. Die Massen konzentrieren sich jedoch auf wenige Hotspots \u2013 der Altstadt nahe der Ponte <em>Dom Lu\u00eds I<\/em> (auf beiden Uferseiten) bzw. vom Bahnhof ausgehend runter ins Hafenviertel. Im Areal zwischen der Universit\u00e4t, der <em>Igreja do Carmo<\/em> und dem Wahrzeichen der Stadt, dem Torre <em>dos Cl\u00e9rigos<\/em>, in diesem Gebiet geht es dann schon merklich entspannter zu. Dort ist auch die <em>Livraria Lello<\/em> zu finden, jene Buchhandlung, von dem sich Frau <em>Rowling<\/em> w\u00e4hrend ihrer Zeit in Porto wohl einige Inspirationen f\u00fcr ihren weltber\u00fchmten Zauberlehrling holte. Klarerweise stehen hier zur Besichtigung die Jungen l\u00e4nger als nur eine Stunde an, seit ein paar Jahren wird auch eine Eintrittsgeb\u00fchr eingehoben.<br \/>\nWer sich ein paar Schritte abseits einquartiert bzw. die Stadt per pedes erkundet, der kann sich gem\u00fctlich und ohne Hektik dem morbiden Charme dieser quirligen, jedoch in vielen Bereichen noch sehr traditionellen, in einigen Vierteln auch noch ziemlich heruntergekommenen Stadt, hingeben. Und so besitzt Porto alle Ingredienzien, die eine Stadt zu einem Hit, zu einer Attraktion machen:<\/p>\n<ul>\n<li>einen Fluss, der f\u00fcr pulsierendes Leben, f\u00fcr Handel, aber auch f\u00fcr Toleranz und eine offene Geisteshaltung sowie f\u00fcr kulturellen Austausch sorgt, die 3-Br\u00fccken-Schifffahrt am Douro ist verpflichtend<\/li>\n<li>Geschichte \u2013 nicht umsonst ist Portugals zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt UNESCO-Welterbe und \u2013 wie so oft als Muster auch in anderen L\u00e4ndern \u2013 der Erzfeind der gr\u00f6\u00dften Stadt Portugals, Lissabon. (\u201eIm Norden wird das Geld verdient, das im S\u00fcden ausgegeben wird\u201c)<\/li>\n<li>eine h\u00fcgelige Topologie, welche den Besucher treppauf, treppab von einem Punkt zum n\u00e4chsten f\u00fchrt, neue Horizonte hinter Ecken offenbart, enge, verwinkelte Gassen finden sich hier genauso wie weite, offen Prunkpl\u00e4tze; das stetige treppauf- &amp; -ab ist auch f\u00fcr die eigene Figur unerl\u00e4sslich, gilt es denn nach dem Genuss der Leibspeise der Portuenser, den Franceshinas \u2013 zu deutsch: kleine Franz\u00f6sinnen \u2013 deren \u00fcppigste Kalorien zu verbrennen. Die Franceshinas selbst sind eine aufgepimpte Variante des franz\u00f6sischen Croque-Monsieurs nach dem Motto: von Allem bitte etwas mehr plus eine extra Portion sehr w\u00fcrziger (Gulasch?)Sauce noch oben dr\u00fcber. Wer es hernach k\u00f6rperlich nicht mehr schafft (f\u00fchlt sich an wie die ber\u00fchmten Wackersteine im Magen), der ordert ein Taxi \u2013 selten war (dank Uber?) Individualbef\u00f6rderung so g\u00fcnstig wie hier. Wir fanden keinen Punkt in der Stadt, von dem wir nicht mit deutlich unter \u20ac10 wieder unseren Heimathafen ansteuern konnten.<\/li>\n<li>ein Schuss Morbidit\u00e4t, zu merken an einigen alten, dem Verfall \u00fcberlassenen Geb\u00e4uden und im Gegensatz dazu, quasi als Gegensatz die liebevolle Restauration bestehender Substanz. Hier ergibt sich durch die sprudelnden Einnahmen der Stadt aus den Touristenmassen ein positiver, sichtbarer Effekt. Gerade dieser Dialog aus alter und neuer Zeitrechnung ergeben f\u00fcr ein Fotografenauge unz\u00e4hlige Fotomotive!<\/li>\n<li>Wein und Kulinarik; neben dem Portwein sind die Weine des Douro wohl einer der international noch immer unterbewerteten Qualit\u00e4ten, das gilt f\u00fcr Wei\u00df-, als auch f\u00fcr Rotwein gleicherma\u00dfen, einige Quinta-Weine bieten singul\u00e4ren Hochgenuss zu erschwinglichen Preisen<\/li>\n<li>Alte, original(!) erhaltenen Tramgarnituren, welche die H\u00f6henunterschiede der Stadt bravour\u00f6s meistern. Diese werden meistens von Frauen gelenkt und wehe jenen Autolenkern, die zB. beim Einbiegen in eine Stra\u00dfe die Gleise blockieren. Hier endete die noble Zur\u00fcckhaltung der Portugieser und das Feuer des S\u00fcdens erwachte ;-). Ich war froh, dass sich diese Schimpftiraden nicht \u00fcber mich ergossen.<br \/>\nIm \u00dcbrigen gibt es am Douroufer am Ende der Tramlinie 1 ein sehenswertes Stra\u00dfenbahnmuseum, eingerichtet in renoviertem Fabriksgeb\u00e4ude des ehemaligen Elektrizit\u00e4tswerks S.T.C.P.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir nahmen jedoch erstmals Platz in einem original indonesischen Tuk-Tuk und lie\u00dfen uns in waghalsigen Fahrman\u00f6vern durch die verwinkelten Gassen der Altstadt kutschieren \u2013 Sightseeing mit Spa\u00dffaktor. Ohne R\u00fcckw\u00e4rtsgang, Hupe und auf die Seite springenden Touristen ein Ding der Unm\u00f6glichkeit.<\/p>\n<p>Von unserem Ausgangspunkt beim <em>Torre dos Cl\u00e9rigos<\/em> geht\u2019s danach zu Fu\u00df weiter Richtung <em>Pra\u00e7a da Liberdade<\/em>, dann hinauf zum Rathaus, sowie zur dahinterliegenden Dreifaltigkeitskirche, der <em>Igreja da Sant\u00edssima Trindade<\/em>. Es kann durchaus als Machtdemonstration des Portuenser B\u00fcrgertums gegen\u00fcber dem Klerus angesehen werden, dass erstere das Rathaus der bis dahin \u00fcber der <em>Av. Dos Alliados<\/em> thronenden Kirche vor die Nase gesetzt haben.<br \/>\nEtwas \u00f6stlich des <em>C\u00e2mara Municipal<\/em> liegen die Markthallen <em>Mercado do Bolh\u00e3o<\/em> \u2013 ziemlich heruntergekommen und tlw. auch bereits wegen dringenden Renovierungsbedarf in der j\u00fcngeren Vergangenheit gesperrt, erfreuen diese sich zum Fischlunch im unteren Bereich doch regen Zuspruchs. Wir schlendern weiter durch die Einkaufstrasse <em>Rua Santa Caterina<\/em>, schnappen unterwegs einer der min\u00fctlich frisch gebackenen, k\u00f6stlichen <em>Pastel del Nata<\/em> (Bl\u00e4tterteigt\u00f6rtchen mit Pudding) auf und statten dem Jugendstil-Caf\u00e9 <em>Majestic<\/em> einen Besuch ab. Tolles Ambiente mit bereits etwas schmuddeliger Einrichtung, ein jedem Reisef\u00fchrer innewohnender Must-See-Ort, klarerweise touristisch, der mit unfreundlicher Bedienung und \u00fcberh\u00f6hten Preisen bezahlt werden muss. Geradeaus passieren wir die <em>Igreja Paroquial de Santo Ildefonso<\/em> \u2013 was f\u00fcr ein Name! Beim Betrachten dieses Bauwerks wird Mittelalter wahrlich begreifbar \u2013 und gehen Richtung <em>Pra\u00e7a da Batalha<\/em> und weiter runter zum Bahnhof <em>Porto S\u00e3o Bento<\/em>. Sehenswert sind die Azulejos in der Ankunftshalle mit den geschichtlichen Motiven, sowie die Tatsache, dass bei der Er\u00f6ffnung des Bauwerks erst bemerkt wurde, dass auf die Fahrkartenschalter vergessen wurde ;-). Auch zierliche Hallenkonstruktion \u00fcber die Gleise ist einen Blick wert. Ebenso der moderne, in schlichten, hellen Farbnuancen gehaltene, dem Bahnhof Richtung <em>Ponte Dom Lu\u00eds I<\/em> vorgelagerte U-Bahnhof. Hier h\u00e4lt die Linie D, die Porto mit ihrer Schwesterstadt <em>Vila Nova de Gaia<\/em> verbindet.<\/p>\n<p>Ab hier \u2013 und in Sichtweite der Dourobr\u00fccke, dazu sp\u00e4ter noch mehr \u2013 bieten sich mehrere M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Rundg\u00e4nge an:<\/p>\n<ol>\n<li>Rauf zur Kathedrale Se (Kreuzgang samt Azulejos besichtigen!) und via Stiege runter zum Douro, das bietet einen unvergleichlichen Ausblick auf die <em>Ponte Dom Lu\u00eds I<\/em>. Dann unten \u00fcber die Br\u00fccke, den mit Testosteron vollgepumpten Jugendlichen beim Br\u00fcckensprung in den Douro zusehen. Das kann eine Weile dauern, die Jungs wissen sich zwischenzeitlich zu inszenieren und brauchen die lautstarke Ermutigung zum Sprung von mindestens 3 M\u00e4dels. Das gleiche Ritual wie bei meinem ersten Besuch hier \u2013 ein Hoch auf ein paar Konstanten im Leben!<br \/>\n\u00dcber die Br\u00fccke r\u00fcber nach <em>Vila Nova de Gaia<\/em> \u2013 i.\u00dc. ist dies kein Stadtteil von Porto, sondern eine eigenst\u00e4ndige, im Vergleich zu Porto deutlich gr\u00f6\u00dfere Stadt s\u00fcdlich des Douro \u2013 zu den Portweinkellereien entlang der Uferpromenade. Nat\u00fcrlich inklusive F\u00fchrung, Verkostung und samt Blick auf die ber\u00fchmten <em>Rabelo<\/em>-Boote. Bitte nicht gleich beim erst besten Portweinproduzenten und Platzhirsch <em>Sandeman<\/em> Empfehlenswert ist <em>Ramos Pintos<\/em> wegen des h\u00fcbschen Geb\u00e4udes, sowie <em>Taylor\u2019s, Curchill Graham<\/em> und <em>Croft<\/em> wegen kleineren, individuellen Betreuung.<br \/>\nVia <em>Telef\u00e9rico de Gaia<\/em> \u2013 eh klar, vom \u00f6sterreichischen Hersteller <em>Doppelmayr<\/em> errichtet \u2013 geht\u2019s mit grandioser Aussicht \u00fcber die Kellereien und hin\u00fcber zur Altstadt rauf zum <em>Jardim do Morro<\/em>, von dort gleich weiter zum Aussichtspunkt beim Nonnenkloster <em>Mosteiro da Serra do Pilar<\/em> \u2013 ebenso Weltkulturerbe. Bei Einbruch der abendlichen D\u00e4mmerung, zur \u201eblauen Stunde\u201c gibt es wohl keinen grandioseren Panoramablick auf Porto \u2013 trotz alledem k\u00f6nnen die Besucher am Abend an einer Hand abgez\u00e4hlt werden!<\/li>\n<li>Das Ganze wie (1) ein wenig anders herum. Zuerst die <em>S\u00e9<\/em> besichtigen, dann aber oben \u00fcber die Br\u00fccke gehen und zu Fu\u00df die Treppen bei der Seilbahnstation runter an die Uferpromenade. Dabei gibt es dann auch ganz automatisch einen <a href=\"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/wp2\/?p=1266\">Graffiti-Geheimtipp<\/a>, eine Hommage an die Sauberm\u00e4nner der Stadt, zu besichtigen. Abends via Seilbahn in die H\u00f6he zum Kloster und mit der Metro oder dem Taxi heim.<\/li>\n<li>Vom Bahnhof die <em>Rua das Flores<\/em> nehmen, vorbei an schicken L\u00e4den (Tipp: <em>Claus<\/em>, Seifen &amp; Parfums seit 1887), Caf\u00e9s (Tipp: <em>J\u00f3ia da Coroa<\/em>, No. 211-213) &amp; Restaurants (Tipp: <em>Cantina 32<\/em>, vorher reservieren) die terrassenartige Struktur der Altstadt Ribeira runter nach <em>Foz Velha<\/em>, Portos historisches Viertel direkt am Wasser. Vorher aber noch unbedingt die B\u00f6rse besichtigen, ein architektonisch dekadenter Traum voll maurischer Ornamentik, der einem den Wohlstand der Stadt zur damaligen Zeit vor Augen f\u00fchrt. Anschlie\u00dfend tauchen wir in die charakteristischen engen, gewundenen Gassen des Hafenviertels ein, erfreuen uns am wie ein Hafenhippie aussehenden Schutzpatron (<em>Fonte Monumental da Ribeira<\/em>, den W\u00fcrfelbrunnen und unbedingt die Gassen rundherum erkunden) und schlendern den Cais da Ribeira entlang zur Br\u00fccke zur\u00fcck. Der Schr\u00e4gaufzug bringt uns zur\u00fcck ins Stadtviertel <em>Bathala<\/em>, via dem <em>Pal\u00e1cio dos Condes de Azevedo<\/em> geht\u2019s zur Kathedrale <em>S\u00e9<\/em> zu unserem Ausgangspunkt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Untrennbar verbunden ist Porto nat\u00fcrlich auch mit <em>Gustave Eiffel<\/em>. Auch wenn viele von der irrigen Tatsache ausgehen, dass die Bogenbr\u00fccke <em>Ponte Dom Lu\u00eds I<\/em> im historischen Zentrum von ihm stamme. Tats\u00e4chlich wurde sie von seinem Firmenpartner <em>Th\u00e9ophile Seyrig<\/em> entworfen, die stromaufw\u00e4rts gelegene Eisenbahnbr\u00fccke <em>Ponte Maria Pia<\/em> wurde jedoch von Gustave Eiffel entworfen. Gl\u00fccklicherweise wurde auf der oberen Ebene vor einigen Jahren der Individualverkehr zugunsten der Metrolinie und dem Fu\u00dfg\u00e4ngerverkehr gesperrt. Ohnehin k\u00f6nnen wir Herrn Eiffel in Porto an mehreren Pl\u00e4tzen seiner Schaffenskraft begegnen, so zB. beim Kuppelbau der B\u00f6rse und dem Aufzug zwischen Ober- &amp; Unterstadt.<\/p>\n<p>Die Attraktivit\u00e4t ist wohl auch dem dieser Stadt innenwohnenden Dialog der Gegens\u00e4tze und den damit einhergehenden Spannungsfeldern geschuldet, denn dieser Umstand sorgt daf\u00fcr, dass ich einen Ort als interessant &amp; abwechslungsreich erlebe:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Gegens\u00e4tze zwischen den Touristenstr\u00f6men und der fast stoischen Gelassenheit der Einheimischen, das haben wir bereits ganz anders erlebt (zB. in Venedig)<\/li>\n<li>Mix of Cultures, Besucher und Einheimische repr\u00e4sentieren einen kunterbunten Querschnitt aus vielen Erdteilen, zudem ist die Stadt nach Eigendefinition einen lokalen Spot auf eine vitale Schwulen- &amp; Lesbenszene gelegt<\/li>\n<li>Der Gegensatz zwischen oben und unten, dem auf, dem ab, zwischen Oberstadt und Douroufer, denn gerade aus und in der Ebene geht es in Porto selten in einem St\u00fcck<\/li>\n<li>Der Gegensatz zwischen bunt, lebensfroh, renoviert und restauriert sowie zwischen grau, alt, verkommen und morbide. Und diese schmale, hohe (englische) Bauweise der H\u00e4user mit ihren wundersch\u00f6nen Eisenverzierungen am Portal bzw. alten Balkonen, ein Traum!<\/li>\n<li>Der Gegensatz zwischen Nord und S\u00fcd, jener zwischen den St\u00e4dten Porto und ihrem Gegenspieler <em>Vila Nova de Gaija<\/em>, untrennbar verbunden durch die gemeinsame Lebensader des Douro<\/li>\n<li>Nicht zuletzt auch der Gegensatz in der Architektur, der Dialog zwischen alten ehrw\u00fcrdigen Geb\u00e4uden unterschiedlicher Epochen, wie der <em>S\u00e9<\/em>, der B\u00f6rse, dem neuen Konzerthaus <em>Casa do M\u00fasica<\/em> und auch die zahlreichen \u00fcppigen Parks und oftmals terrassierten Gr\u00fcnfl\u00e4chen sorgen im urbanen Bereich f\u00fcr eine erfrischende Abwechslung<\/li>\n<li>Und auch beim Eis erlebte ich meinen Dialog, denn in Porto hatten ich schlichtweg das beste Zitronen- und Dunkelschokoladeneis aller Zeiten, cremig, fest und intensiv, erfrischend das Fruchtige der Zitrone und perfekt herbs\u00fc\u00df die Schokolade. Scheinen allesamt Schokotiger zu sein, die Portugiesinnen und Portugieser! Uns war es recht \ud83d\ude42<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sehenswert ist auch der <em>Jardins do Pal\u00e1cio de Cristal<\/em> samt <em>Pavilh\u00e3o Rosa Mota<\/em>, im Bereich zum Fluss terrassiert mit toller Aussicht. Leider ist der untere Ausgang gesperrt, so dass der ganzen Weg zur\u00fcck zum Eingang erneut gelaufen werden muss \u2013 das ginge deutlich einfacher!<br \/>\nKunst, Architektur &amp; Natur lassen sich ebenso hervorragend durch einen Besuch im <em>Jardim do Fundac\u00e3o Serralves<\/em> erleben. Ab Haltestelle <em>Infante<\/em> (gegen\u00fcber der Igreja Monumento de S\u00e3o Francisco) bin ich mit der Traminie 1 kurz vor der <em>Ponte de Arr\u00e1bida<\/em> ausgestiegen und unwissend von der Uferpromenade des Douro nordw\u00e4rts durch das Viertel der Nordafrikaner spaziert, einem Umschlagplatz f\u00fcr Drogen, wie mir durch die an allen Ecken postierte Aufpasser sowie einige durchfahrende, nur kurz anhaltende Autos, bei denen durch die Fenster durchgereichte H\u00e4nde rasch \u201eWaren\u201c tauschten, klar wurde. Die <em>Rua da Mocidade da Arr\u00e1bida<\/em> ist vom Ufer nicht einsehbar und ehe man sich versieht, ist man mitten drinnen im Geschehen \u2013 der Stra\u00dfenname h\u00e4tte mir Vorwarnung sein k\u00f6nnen. Die bei den am Sockel bunt bemalten und ziemlich desolaten Hochh\u00e4usern parkenden Autos waren tlw. ausgebrannt und von Gruppen dunkelh\u00e4utiger Jugendlichen umringt \u2013 ich gestehe, dass ich beim Vorbeigehen ein mulmiges Gef\u00fchl im Bauch hatte und das Mobiltelefon zum W\u00e4hlen griffbereit in meiner Hand hatte. So liegen also auch Angst und Entspannung in Porto nah zusammen ;-).<\/p>\n<p>Der Spaziergang im Park jedenfalls ist ein Traum, fast ein Muss, alleine schon die im nordwestlichen Eingangsbereich positionierte \u00fcberdimensionierte Gartenschaufel des amerikanischen <em>Pop-Art<\/em>-K\u00fcnstlers <em>Claes Oldenburg<\/em> sowie der Blick von den Brunnenanlagen hinauf zum in Rosarot gehaltenen, im Stil der Stromlinien-Modere sowie Art-deco erbauten <em>Casa de Serralves<\/em> rechtfertigte den Besuch.<\/p>\n<p>Wer abseits des touristischen Trubels entspannen m\u00f6chte, dem sei ein Spaziergang an der Dourom\u00fcndung in den Atlantik nahegelegt. Am Ende der Tramlinie 1 durch den <em>Jardim do Passeio Alegre<\/em> und den Sonnenuntergang am Praia genie\u00dfen. Anschlie\u00dfend kann ich als schickes Abendlokal f\u00fcr hervorragenden Fisch (aber auch formidable Holzofenpizzen) <em>Fuga<\/em> im nahegelegenen <em>Jardim do Passeio Alegre<\/em> vorbehaltlos empfehlen. Und man sitzt unter lauter Portugiesen, inmitten einheimischer G\u00e4ste, so soll das im Urlaub sein.<\/p>\n<p>Leider schafften wir es nicht, am Strand vom Porto entlang in den Stadtteil von <em>Matoshinos<\/em> zu wandern, denn dort h\u00e4tte ich nur zu gerne die Fabrik meiner Lieblingssardinenmarke <em>Nuri<\/em> besucht. Als ob die Redaktion des Magazins <em>Schaufensters<\/em> (als Beilage der Tageszeitung <em>Die Presse<\/em>) mein Vers\u00e4umnis kompensieren wollte, erschien kurz nach unserem Urlaub ebendort ein toller Beitrag \u00fcber genau jene Traditionsmarke, den ich hier nat\u00fcrlich gerne <a href=\"https:\/\/diepresse.com\/home\/schaufenster\/gourmet\/5453494\/Nuri_Wo-sich-die-NuriSardinen-betten\">verlinke<\/a>! Danke vielmals, liebe Schaufensterredaktion!<\/p>\n<p>So bleiben noch Orte und Pl\u00e4tze ungesehen und unerkundet, viele Gespr\u00e4che und Bekanntschaften noch offen, aber wer sagt denn, dass dies unser letzter Besuch in dieser quirligen Stadt gewesen ist? Irgendwie habe ich das Gef\u00fchl, dass Porto gerade am Beginn einer neuen, ganz wunderbaren Zeit angekommen ist.<\/p>\n<p>Dies ist der vierte und letzte Beitrag zum Thema Norportugal: <a href=\"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/wp2\/?p=985\">Teil 1<\/a> &#8211; Rund um <em>Viana do Castelo<\/em>, <a href=\"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/wp2\/?p=1046\"><em>Teil 2<\/em><\/a> &#8211; <em>Lindoso<\/em>, sowie <a href=\"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/wp2\/?p=1266\">Teil 3a<\/a> &#8211; <em>Porto Graffiti &amp; Azuljeos<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Tipp zum Ansehen der oben im Beitrag eingebetteten Bilder:<br \/>\nWem die wechselnde Gr\u00f6\u00dfe der Bilder und die damit einhergehende wechselnde Position der Pfeile zum Weiterbl\u00e4ttern nervt, der klickt einfach auf das Bild, aktiviert somit den Vollbildmodus und bl\u00e4ttert nun, bei konstanter Position der Pfeile, weiter durch die Fotostrecke.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gute 30 Jahre liegen zwischen meinem ersten und dem zweiten Besuch dieser Stadt \u2013 damals nat\u00fcrlich per Interrail, dem zu meiner Jugend angesagten und auch&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1339,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"gallery","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[201,200,158,188,199,203,202],"class_list":["post-1048","post","type-post","status-publish","format-gallery","has-post-thumbnail","hentry","category-orte-reisen","tag-douro","tag-eiffel","tag-nordportugal","tag-porto","tag-portwein","tag-red-bull-air-race","tag-vila-nova-de-gaia","post_format-post-format-gallery"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1048","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1048"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1048\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1661,"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1048\/revisions\/1661"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1339"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1048"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1048"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1048"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}