{"id":1050,"date":"2018-05-24T20:59:57","date_gmt":"2018-05-24T18:59:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/wp2\/?p=1050"},"modified":"2020-03-22T16:39:36","modified_gmt":"2020-03-22T15:39:36","slug":"retrospektive-madeira-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/foto.refro.at\/?p=1050","title":{"rendered":"Retrospektive Madeira (2010)"},"content":{"rendered":"<p>Madeira, die weltbekannte Blumeninsel, Eiland des ewigen Fr\u00fchlings, vulkanischen Ursprungs und geboren aus dem Atlantik, zaubert wohl jedem Besucher ein L\u00e4cheln ins Gesicht. \u00d6sterreich verbindet zudem auch ein St\u00fcck Geschichte mit diesem Eiland, starb doch Kaiser Karl I hier im Exil, in Monte, hoch \u00fcber Funchal \u2013\u00a0 der letzte, gl\u00fccklose Vertreter einer <del>\u00f6sterreichischen<\/del> habsburgischen Epoche, welche kurz nach Ende des ersten Weltkriegs hier ein trauriges Ende nahm.<\/p>\n<p>Madeira bietet bei Sch\u00f6nwetter eine unvergleichliche und spektakul\u00e4re Kulisse \u2013 schon der Anflug auf die Insel (bitte Fensterplatz links nehmen) samt Landung am Flughafen Santa Cruz ist ein Auftakt nach Ma\u00df!<br \/>\nDurch die exponierte Lage mitten im Atlantik kann einem eine dichte Wolkenfront aber auch \u00fcber mehrere Tage begleiten und so durchaus einen geplanten Fotostopp zunichtemachen \u2013 auch mehrt\u00e4giger, durchgehender Regen im Fr\u00fchling ist keine Seltenheit \u2013 der Wettergott ist hier noch ungez\u00e4hmt. Extreme klimatische Verh\u00e4ltnisse sind diesem Eiland jedoch fremd, wirklich kalt bzw. hei\u00df wird es hier nie. Fr\u00fch am Morgen ist die Aussicht oftmals am Besten, das Licht ist klar und die Fernsicht ausgezeichnet. Diese Tageszeit sollte f\u00fcr die Berge genutzt werden, denn nachmittags ziehen oftmals Wolken auf, im Landesinneren sorgt auch im Sommer feuchte Luft f\u00fcr reichlich Nebel in den Niederungen und T\u00e4lern. Egal, der Blumenpracht tut\u2018s keinen Abbruch \u2013 Fackellilien, Strelitzien und blaue Hortensien lassen sich auch bei nicht so optimalen Wetterbedingungen gut ins Bild setzten.<\/p>\n<p>Aus unserer pers\u00f6nlichen Erfahrung l\u00e4sst sich ein Madeira-Besuch grob in zwei Bl\u00f6cke einteilen: der Besuch der Hauptstadt Funchal und die Inselrundreise. Gemessen an meinen \u201eWow-Erlebnissen\u201c schneidet letzteres deutlich besser ab, 1-2 Tage in Funchal ist v\u00f6llig ausreichend: damit k\u00f6nnen die wichtigsten Sehensw\u00fcrdigkeiten der Inselhauptstadt stressfrei untergebracht werden, doch davon sp\u00e4ter mehr.<br \/>\nDie wahre Schatztruhe dieser Insel \u00f6ffnet sich aber erst den mobilen Individualreisenden. Alleine schon die h\u00fcbschen Estalagems abseits des touristischen Trubels der Hauptstadt lohnen den Schwerpunkt auf der Rundreise. Und schonen zudem den Geldbeutel, denn Kulinarik und Zimmerpreise liegen in Funchal zumindesten 50% \u00fcber den restlichen Inselpreisen, beim Fischessen ist auch Faktor 3-5 nichts ungew\u00f6hnliches.<\/p>\n<p>Wir beginnen also unsere Rundreise nach einen wahrlich spektakul\u00e4ren Anflug vom Flughafen in Santa Cruz gegen den Uhrzeigersinn &#8211; hier die sicherlich unvollst\u00e4ndige Liste meiner Empfehlungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Ab in den Osten\n<ul>\n<li>Vom Flughafen geht es gleich mal nordwestw\u00e4rts ins Landesinnere auf die Hochebene Santo Ant\u00f3nio da Serra. Unser Quartier und St\u00fctzpunkt f\u00fcr die Ausfl\u00fcge der kommenden Tage ist das Estalegem do Santo unweit des \u00e4ltesten Golfplatzes der Insel. Wir residieren im alten Teil des Hauses, ein blauer Traum mit Charme und \u00fcppigen Hortensien im farblichen Gleichklang.<\/li>\n<li>Dann geht es ab Richtung Machio, eingebettet durch ein breites, gr\u00fcnes Tal steuern wir den Miradouro do Pico do Facho an, ein erh\u00f6hter Aussichtspunkt, auf dem sich im Minutentakt die Flugzeuge beim Verlassen der Inseln Richtung Osten beobachten lassen. Dabei schweift unser Blick ostw\u00e4rts Richtung Canico, weiter zur Felslandschaft Ponta da S\u00e3o Louren\u00e7o, \u00fcber welcher die Ferienflieger im Himmelblau verschwinden.<\/li>\n<li>Wir genie\u00dfen frisch zubereiteten Fisch und k\u00f6stliche Lapas (Napfschnecken) im Hafen von Canical, bevor wir den Nachmittag am angeblich Madeiras sch\u00f6nsten Sandstrand mit schwarzem Vulkansand \u2013 der Prainha \u2013 ausklingen lassen<\/li>\n<li>Am sp\u00e4ten Nachmittag brechen wir dann zur Wanderung in der kargen, \u00f6stlichen Felslandschaft Ponta da S\u00e3o Louren\u00e7o auf und wandern Richtung \u201eSardinien-Haus\u201c, alleine schon wegen dem Ausblicks auf tolle Felsformationen aus dunklem Trachyt und r\u00f6tlichem Tuff, sowie der Ausschau auf die Nordk\u00fcste lohnt sich dieser Wanderweg (~2h bis zum Casha do Sardinha).<\/li>\n<li>Mit ein bisschen Gl\u00fcck feiert Machio gerade eine \u201eSemana gastronomical\u201c, da gibt\u2019s Livemusik, viele kleine Essst\u00e4nde und die \u00f6rtlichen Dorfsch\u00f6nheiten tanzen um die Wette.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>\u00d6stliche Inselmitte\n<ul>\n<li>Auf der 102er geht\u2019s ab nach Camacha, dem Zentrum der Handflechter. Wir besuchen die gro\u00dfe Verkaufsausstellung, erfahren mehr \u00fcber dieses Traditionshandwerk und ordern uns f\u00fcr unser Gartenhaus ein Hausnummernschild aus den f\u00fcr Portugal so typischen blauen, gebrannten Azulejos mit einem geflochtenen Rahmen, das wir am Ende unseres Urlaubs von Funchal aus abholen werden.<\/li>\n<li>Via der 203 und anschlie\u00dfend auf der 202 fahren wir nun kommod mit dem Auto auf den 1818 Meter hohen Pico do Arieiro rauf, erfreuen uns am Panorama \u00fcber den Pico da Torres hinweg bis zum mit 1861m h\u00f6chsten Berg Madeiras, dem Pico Ruivo, den wir zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt zu Fu\u00df erklimmen werden. Die am Pico do Arieiro befindliche Radarstation der portugiesischen Luftflotte wirkt wie ein \u00fcberdimensional aufgesetztes Zuckerkorn inmitten dieser pittoresken Landschaft. Beim Runterfahren vor der scharfen Links-Rechtskurvenkombination auf der rechten Seite bittesch\u00f6n das Po\u00e7o da Neve \u2013 das Schneeiglu \u2013 bewundern, ein H\u00f6henk\u00fchlschrank aus vergangenen Tagen.. .<\/li>\n<li>Auf der 103er fahren wir nun ein St\u00fcck nordw\u00e4rts zum Besuch der staatlichen Fischzuchtstation Ribero Frio sowie einer Wanderung durch den Lorbeerwald-Lehrpfad.<\/li>\n<li>Bei Sch\u00f6nwetter garantiert die leichte Levadawanderung Balcoes (PR11) einen traumhaften Ausblick am Fu\u00dfe von Madeiras h\u00f6chsten Bergen Pico do Areiro und Pico Ruivo \u2013 wir hatten Nebel, am Ende hatte der &#8222;Balkon&#8220; trotzdem was Geisterhaftes, zudem warteten dort wirklich zutrauliche Finken darauf, von uns gef\u00fcttert zu werden.<\/li>\n<li>Von unserem Basislager in Santo do Serra geht\u2019s eine Etappe weiter \u00fcber den Portela-Pass, wo wir die Aussicht auf Porta do Cruz und den Adlerfelsen (Penha do Aguia) genie\u00dfen und somit eine neue Himmelsrichtung einschlagen: gegen<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Norden &amp; Nordwesten\n<ul>\n<li>In Porta do Cruz besuchen wir die noch fabrizierende Zuckerrohrfabrik, welche aus schon fast altert\u00fcmlichen \u201eH\u00f6llenmaschinen\u201c Hochprozentiges (Arguadente) destilliert, der 840er Reserve-Rum zur Zigarre ist noch immer ein Gedicht \ud83d\ude42<\/li>\n<li>Faial bietet dann nochmals einen grandiosen R\u00fcckblick \u00fcber den Adlerfelsen auf die \u00f6stliche Landzunge S\u00e3o Louren\u00e7o. Wer schneller vorw\u00e4rtskommen m\u00f6chte benutzt an hier die VE1, die gem\u00fctlicheren aber die aussichtsreichere 101er-Strasse nach Santana, wo es bis auf die aus einen Asterix-Film entstammenden, pittoresken Casas de Colmo, strohbedeckte Spitzh\u00e4user, nicht allzu viel zu erkunden gibt.<\/li>\n<li>Wir erklimmen die 218er Stra\u00dfe Richtung Hochplateau Achada do Teixeira; zwischendurch kann vom Pico das Pedras eine Wanderung in westliche Richtung nach Queimadas unternommen werden, wo es einen sehenswerten Rhododrendronpark zu erkunden gibt,<\/li>\n<li>wir aber parken auf der rotstaubigen Hochebene, genie\u00dfen einen kleinen herumfegenden Minitornado am Parkplatz und marschieren dann auf einem gepflasterten Weg in ca. ~1h Gehzeit rauf auf den Pico Ruivo \u2013 ein Muss f\u00fcr jeden Madeirabesucher, gibt es doch am h\u00f6chsten Gipfel der Insel ein wirklich atemberaubendes, schroffes Felspanorama zu erleben. Nur wenige Touristen st\u00f6ren den Genuss \u2013 ein Bruchteil jener, die den bequemeren Weg mittels motorisierten Hilfsmittel auf den Pico do Areiro w\u00e4hlen. Und nicht auf ausreichend Wasser vergessen &#8211; schw\u00fcl und warm ist es trotz der gem\u00e4\u00dfigten Temperaturen, das \u00f6rtliche Schutzhaus vor dem Gipfel hatte geschlossen.<\/li>\n<li>An der Nordstra\u00dfe geht es dann weiter entlang Richtung S\u00e3o Vicente. Wir kommen gegen Abend in ziemlichen Zeitverzug, denn ich habe den Zeitbedarf f\u00fcr die gewundene Stra\u00dfe von S\u00e3o Jorge, via Arco S\u00e3o Jorge und Boaventura stark untersch\u00e4tzt, teilweise mit geschottert mit unbeleuchteten Tunnels, dann wieder prachtvolle Aussichtspunkte, die einen Stopp erzwingen und auch bei den schillernden, zutraulichen Smaragd-Eidechsen scheint die Zeit doppelt so schnell zu verfliegen.<\/li>\n<li>Sp\u00e4t in der Nacht erreichen wir doch noch unser Estalegem do Vale oberhalb von S\u00e3o Vicente in Corrida das Feiteiras und erfreuen uns bei einem kleinen Snack und Wein an einem Pool, der f\u00fcrs Nachtschwimmen ganz uns alleine geh\u00f6rt.<\/li>\n<li>Ein Besuch der umliegenden D\u00f6rfer und Anh\u00f6hen am n\u00e4chsten Vormittag offenbart ein gro\u00dfartiges Panorama gegen S\u00fcden, bevor es uns dann<\/li>\n<li>weiter auf der Nordstra\u00dfe VE2 nach Porto Moniz zieht. Unbedingt, wo es noch erlaubt ist, ein St\u00fcck auf der alten Stra\u00dfe ER101 fahren, auch wenn die Haftung der Mietwagenfirma dezidiert dieses St\u00fcck Fahrbahn ausschlie\u00dft(!), aber nirgendswo kann die steile Nordk\u00fcste intensiver erlebt werden \u2013 nicht umsonst nannten die Einheimischen diesen Teil \u201eWaschstra\u00dfe\u201c. Ein paar Kilometer vor\u00a0Porto Moniz (nach dem Tunnel) gibt einen Halt, wo jener Teil der Nordstrasse besichtigt werden kann, der durch aus dem Fels sprudelndes Wasser ins Meer abgrutscht ist.<\/li>\n<li>Hier im \u00e4u\u00dfersten Nordwesten bei Porto Moniz ist das authentische, fast vom Tourismus unber\u00fchrte Madeira zu Hause, wenn die Tagesausfl\u00fcgler abends verschwunden sind sitzt man nur mit Einheimischen im Restaurant, umgeben von steilen Weinbergen \u2013 authentischer und intensiver kann Urlaub nicht sein.<br \/>\nAb ins Felsenbad \u2013 dem sch\u00f6nsten Naturschwimmbad der Insel, Schwimmbecken umringt von schwarzem Lavagestein \u2013 und dann gleich an die \u00e4u\u00dfere Ummauerung, auf die n\u00e4chste Welle warten und sich gegen die tosende Brandung stemmen! Ein Heidenspa\u00df, immer sicher durch die gestrengen Blicke der Badew\u00e4rter bewacht. Ebenfalls lohnend ist der Ausflug ins Aqu\u00e1rio zur Entdeckung der faszinierenden Unterwasserwelt Madeiras.<\/li>\n<li>Am n\u00e4chsten Tag besuchen wir die Grotten in S\u00e3o Vicente, angenehm k\u00fchl und mit Liebe zum Detail (animierter Vulkan im Schauraum) gestaltet. Hernach geht\u2019s via der gut ausgebauten VE4 rasch wieder in die s\u00fcdliche Inselh\u00e4lfte. Schade, dass wir nicht anstatt der Tunnel die ER228 genommen haben und zB. die Aussicht am Miradouro do Ch\u00e3o dos Louros genie\u00dfen konnten.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Zur\u00fcck im S\u00fcden\n<ul>\n<li>fahren wir ein kurzes St\u00fcck westw\u00e4rts nach Ponta do Sol und beziehen unseren n\u00e4chsten St\u00fctzpunkt hoch oben auf der Klippe im Estalegem Ponta do Sol \u2013 eine gr\u00f6\u00dfere Anlage, jedoch ist der alte Teil des Hotels mit Bar und herrlich gr\u00fcnem Garten samt traumhaften Ausblick \u00fcber das Meer ausgestattet \u2013 ab Beginn der D\u00e4mmerung ein f\u00fcrwahr magischer Ort. Bei Livemusik und einem Glas s\u00fc\u00dfen Madeira (Bual bzw. Malmsey) oder Portwein lassen wir uns die leicht k\u00fchle Brise um die Ohren wehen \u2013 relaxter kann ein Urlaubsabend nicht verbracht werden, da offenbart sich f\u00fcr mich der Seelenfrieden in Reinkultur. So wenig braucht es f\u00fcr Harmonie und die eigene, innere Balance!<\/li>\n<li>Am Vormittag verbringen wir 2 Stunden am Strand, der durch Wellenbrecher in einer kleinen Bucht gesch\u00fctzt untergebracht ist, danach im ehemaligen Gef\u00e4ngnis, das heute ein Restaurant beherbergt, einen frischen Salat samt Sardinen genossen bevor wir uns am Nachmittag \u00fcber die geschlungene ER209 von Magdalena do Mar auf die Hochebene Paul de Serra f\u00fcr eine Levadawanderung in k\u00fchlere Gefilde fl\u00fcchten.<\/li>\n<li>Am Parkplatz zur Stra\u00dfe runter nach Rabacal nehmen wir aber nicht den geb\u00fchrenpflichtigen Bus hinab zur Levada do Risco bzw. Levada das 25 Fontes, sondern nehmen den direkt beim \u00f6stlichen Parkplatz gelegenen Einstieg in die Levado do Alecrim, der Rosmarinlevada, welche einerseits am Weg einen wundervollen Ausblick ins Tal bietet als auch am Ende des gut einst\u00fcndigen Weges mit einem herrlich erfrischenden, wirklich eiskalten Quelltopf aufwarten kann, in den man die F\u00fc\u00dfe baumeln und ein Picknick auf gro\u00dfen, glattgeschliffenen Steinen genie\u00dfen kann. Ganz alleine ist man dort wohl selten, trotzdem ein wundervoller Ort.<\/li>\n<li>Am n\u00e4chsten Tag geht es weiter \u00f6stlich \u00fcber die die K\u00fcstenstra\u00dfen VR3+VR1 mit Zwischenstopp bei den Steilklippen von Cabo Gir\u00e3o nahe der Ortschaft C\u00e2mara de Lobos. Mit 580m sind diese die h\u00f6chsten Klippen der EU. Inzwischen ist dort die bei unserem Besuch noch auf einer Tafel angek\u00fcndigte neue Aussichtskanzel mit Glasboden fertiggestellt. Nach<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Funchal sind es dann es nur mehr ein paar Kilometer\n<ul>\n<li>Funchal \u2013 auf deutsch: Fenchel \u2013 liegt in einer gro\u00dfen Bucht gleich einem Zuschaueroval einer Theaterb\u00fchne an die aufstrebenden S\u00fcdh\u00e4nge angeschmiegt und ist immer noch ein wenig im Bann seiner britischen Vergangenheit als elit\u00e4rer Urlaubsort des europ\u00e4ischen Adels, das noble Hotel Reid l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Tipp: der Nachmittagstee ist auch f\u00fcr Nicht-Hotelg\u00e4ste des Reids zug\u00e4nglich, jedoch ist die Sakkopflicht im Sommer nicht ganz so angenehm zu ertragen. Die lange Hose ist sowieso obligatorisch! Wir ertragen dies alles mit britischer Gelassenheit und erfreuen uns am Tee mit lauwarmen Scones samt Glotted Cream und zuvorkommendem, fast royalem Service.<\/li>\n<li>Ein Innenstadtspaziergang zu Fu\u00df offenbart gem\u00fctlich alle wichtigsten Sehensw\u00fcrdigkeiten der Hauptstadt: den wuchtigen Palacio de Sao Lourencio, die Kathedrale S\u00e9, die Statue des Entdeckers Zarco sowie der Besuch eines Madeiraweindepots zB. der San Francisco Wine Lodge von Blandy und\/oder Oliveiras. Kleiner Tipp: nicht die Zeit mit den g\u00fcnstigen Allerwelts-Madeiraweinen vergeuden, die sind ohnehin auch alle bei uns erh\u00e4ltlich! Stattdessen wird eine Flasche aus unserem Geburtsjahr geordert \u2013 soferne sie noch verf\u00fcgbar ist, ich habe mit dem 68er-Revolutionsjahrgang noch Gl\u00fcck. Madeirawein ist dank seiner Herstellungsart mit hoher Temperatur in den Topqualit\u00e4ten defacto unbegrenzt haltbar \u2013 die Geschmacksintensit\u00e4t und -vielf\u00e4ltigkeit der s\u00fc\u00dferen Sorten Boal und Malmsey (Malvasia) ist als Desertwein wirklich beindruckend (Orangenzesten, nussig und oxydativ, im st\u00e4ndigen Wechselspiel von S\u00fc\u00dfe und S\u00e4ure), wohingegen die beiden Rebsorten Sercial &amp; Verdelho trockener sind und sich hervorragend als Aperitif eigenen. Voraussetzung ist nat\u00fcrlich, dass man diese Art von Wein sch\u00e4tzen kann und f\u00fcr die zB. 50 Jahre lange Lagerung (Verdunstung!) auch bereit ist, ein paar \u20ac mehr auszugeben \u2013 aber wer kann schon mit Wein aus seinem Geburtsjahr aufwarten?<\/li>\n<li>Beeindruckend ist auch Funchals Zentrum geistlicher und weltlicher Macht, die quadratische Pra\u00e7a de Muncipio mit ihren schicken, schwarz\/wei\u00dfen Kacheln und auch das Weininstitut (Instituto Do Vinho Da Madeira) ist um die Ecke, ein mit seinen etwas \u201eanderen\u201c gestalteten Wandkacheln ein interessantes Bauwerk.<\/li>\n<li>F\u00fcr mich der sch\u00f6nste Ort Funchals war jedoch der gr\u00fcne Garten der Quinta das Cruzes mit Relikten alter Herren- &amp; Gottesh\u00e4user sowie Grab- &amp; Wappensteine in Mitten des im Gr\u00fcns \u2013 eine ruhige, fast magische R\u00fcckzugsoase \u2013 menschenleer!<\/li>\n<li>Via Teleferico (Seilbahn) mit grandioser Aussicht auf die Bucht geht es nun rauf zum Besuch des Botanischen Gartens. Hernach ebenso via Seilbahn \u201er\u00fcber nach\u201c Monte, Besuch der Kirche (hier nimmt die \u201cstairway to heaven\u201c reale Gestalt an) samt dem schlichten Grab Kaiser Karl I in einer der Kirche angebauten Seitenkapelle. Die Quinta Rocha Machado, in welcher Karl &amp; Zita einige Monate gewohnt haben \u2013 ein paar Minuten Fu\u00dfmarsch ab der Kirche, eingebettet in den sehenswerten Jardim do Imperado \u2013 ist leider 2016 abgebrannt. Es war uns leicht nachzuvollziehen, dass in diesem feucht modrigen Haus eines Bankiers die Lungenentz\u00fcndung Karls, an welcher er schlie\u00dflich verstarb, nur eine Frage der Zeit war. Hier wird \u00f6sterreichische Geschichte real erlebbar.<\/li>\n<li>Anschlie\u00dfend und zum Abschluss des Urlaubs die wirklich verpflichtende Korbschlittenfahrt wieder ein St\u00fcck runter nach Funchal \u2013 nicht gerade g\u00fcnstig, aber definitiv ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt. Wir f\u00fchlen uns dabei ein St\u00fcck weit wie jene adeligen Familien vor 100 Jahren, die diesen Spa\u00df erfunden haben\u2026<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Summa summarum ist die Attraktion dieser Insel definitiv ihre Landschaft. Gepaart mit Kultur und Meereskulinarik ergibt sich eine bew\u00e4hrte Mischung f\u00fcr einen Urlaub, den wir wohl niemals vergessen werden. Brauchen wir auch nicht, denn eines ist sicher: Madeira hat uns nicht zum letzten Mal gesehen \u2013 wahrscheinlich noch nicht gleich morgen, aber definitiv dann gleich danach!<\/p>\n<p>Mehr Fotos von Madeira gibt es in meinem Portfolio <strong><a href=\"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/wp2\/?page_id=781#madeira\">hier<\/a><\/strong> anzusehen\u00a0\u2013 viel Spa\u00df beim Anssehen!<\/p>\n<p>Zum Abschlu\u00df noch das Video von der kurzen Korbschlittenfahrt von Monte hinunter Richtung Funchal, welche f\u00fcr unsere beiden Carreiros durch den 3er-Schlitten doch zu ein bi\u00dfchen zu einem Kraftakt wurde (wie gleich bei der ersten Linkskurve bemerkbar wird ;-):<\/p>\n<div style=\"width: 640px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-1050-1\" width=\"640\" height=\"360\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/videos\/MadeiraKorbschlitten.mp4?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/videos\/MadeiraKorbschlitten.mp4\">http:\/\/www.refro.at\/refroto\/videos\/MadeiraKorbschlitten.mp4<\/a><\/video><\/div>\n<hr \/>\n<p>Tipp zum Ansehen der oben im Beitrag eingebetteten Bilder:<br \/>\nWem die wechselnde Gr\u00f6\u00dfe der Bilder und die damit einhergehende wechselnde Position der Pfeile zum Weiterbl\u00e4ttern nervt, der klickt einfach auf das Bild, aktiviert somit den Vollbildmodus und bl\u00e4ttert nun, bei konstanter Position der Pfeile, weiter durch die Fotostrecke.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Mein pers\u00f6nliches Addendum zu den Fotos von Madeira:<br \/>\nIch erw\u00e4hne ja immer gerne, dass meine Fotobearbeitung zeitlich ziemlich den Ereignissen hinterherhinkt und genau so ist es auch bei unserem Urlaub in Madeira. Aber Dank einer Arbeitskollegin, welche heuer ihren Sommerurlaub auf Madeira verbringen wird, hatte ich genug Motivation, dieses Thema endlich anzugehen.<\/p>\n<p>Als Entschuldigung kann ich folgendes vorbringen: im Sommer 2010 hatte ich meine erste digitale DSLR (Nikon D80) 2 Jahre und bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich immer nur JPEG-Aufnahmen erstellt. Madeira war der erste Urlaub, in welchem die Kamera auf RAW+JPEG Fine eingestellt war. Wohl aus der Macht der Gewohnheit habe ich dann aber nicht die RAW-Dateien digital entwickelt, sondern nur die JPEGs, was mir nun \u2013 zumindest f\u00fcr einige Bilder \u2013 eine Doppelbearbeitung eingebracht hat \u2013 kein wirklicher Beinbruch, ist doch mein Wissen heute definitiv weiterentwickelt als noch vor ein paar Jahren.<\/p>\n<p>Interessant ist es auch nach nunmehr fast 8 Jahren zu sehen, welche von Art von Fotos ich imstande war aufzunehmen, wie mein fotografischer Blick funktionierte. Da kann ich nur sagen \u2013 ich habe mich zum Gl\u00fcck deutlich verbessert. Und ja, auch der Qualit\u00e4tsunterschied zwischen der D80 und meinem derzeitigen Fuji-X-System ist enorm, vor allem bei den verwendeten Objektiven (Verzeichnung &amp; Farbkontraste).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Madeira, die weltbekannte Blumeninsel, Eiland des ewigen Fr\u00fchlings, vulkanischen Ursprungs und geboren aus dem Atlantik, zaubert wohl jedem Besucher ein L\u00e4cheln ins Gesicht. \u00d6sterreich verbindet&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1139,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"gallery","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[165,175,176,167,177,166],"class_list":["post-1050","post","type-post","status-publish","format-gallery","has-post-thumbnail","hentry","category-orte-reisen","tag-d80","tag-funchal","tag-kaiser-karl-i","tag-madeira","tag-madeirawein","tag-nikon","post_format-post-format-gallery"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1050","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1050"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1050\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1166,"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1050\/revisions\/1166"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1139"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1050"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1050"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/foto.refro.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1050"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}