{"id":1400,"date":"2018-10-13T13:28:40","date_gmt":"2018-10-13T11:28:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/wp2\/?p=1400"},"modified":"2018-10-13T13:28:40","modified_gmt":"2018-10-13T11:28:40","slug":"fuji-x-h1-ibis-visualisierte-linzer-klangwolke-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/foto.refro.at\/?p=1400","title":{"rendered":"Fuji X-H1 IBIS (Visualisierte Linzer Klangwolke 2018)"},"content":{"rendered":"<p>Die <a href=\"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/wp2\/?p=1364\">Linzer Klangwolke<\/a> im abendlichen Farbenrausch war eine gute Gelegenheit, die <em>In-Body-Image-Stabilization<\/em> (kurz <em>IBIS<\/em>) meiner neuen <em>Fuji X-H1<\/em> einem ersten Praxistest zu unterziehen.<\/p>\n<p>Um in einer abendlichen Umgebung ohne Blitz zu fotografieren braucht\u2018s im Wesentlichen nur zwei Voraussetzungen:<\/p>\n<ol>\n<li>ein m\u00f6glichst lichtstarkes Objektiv und<\/li>\n<li>eine ziemlich ruhige Hand, um die k\u00fcrzest m\u00f6gliche Verschlusszeit bei minimalster ISO-Einstellung nicht zu verwackeln<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ersteres ist mit dem <em>Fuji XF 90 f2<\/em> (ausreichend, aber nicht bravour\u00f6s) erf\u00fcllt und den weitaus problematischeren zweiten Punkt reiche ich einfach mal an die <em>IBIS<\/em>-Funktionalit\u00e4t der Fuji-Kamera weiter. Also alles ganz easy.<\/p>\n<p>So ganz (ver)einfach(t) war die Lichtsituation an diesem Abend dann aber doch nicht. Denn zum einen reflektieren die mit verschiedenen Farben beleuchteten Objekte unterschiedlich, andererseits kann auch die Beleuchtungsintensit\u00e4t ziemlich schwanken zB. bei einem pulsierenden Licht. Und drittens haben wir es hier mit extrem kontrastreichen Szenen zu tun, die entweder die Lichter \u201eausfressen\u201c lassen, wenn noch Zeichnung in den dunklen Bereichen vorhanden sein soll, oder aber die hellen Bereiche passen, dann \u201esaufen\u201c jedoch dunkle Bereiche im tiefsten Schwarz ab. Bei statischer Szenerie ist dies einfacher zu handhaben, als bei dynamischen, wo in jenem Moment, in dem die Kamera die Belichtung gerade fertig eingemessen hat, in Wahrheit bereits eine ganz andere Beleuchtung vorherrscht \u2013 da lassen sich vorher beschrieben Effekte kaum vermeiden.<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zum <em>IBIS<\/em>. Erstmals die Vorbereitung: einmal auf <em>dpreview<\/em> zu den k\u00fcrzesten Verschlusszeiten beim <a href=\"https:\/\/www.dpreview.com\/reviews\/fujifilm-x-h1\/7\">Kamerareview<\/a> der <em>X-H1<\/em> mit noch akzeptablen Ergebnissen hinsichtlich Sch\u00e4rfe nachschlagen. Wenn 2 aus 3 Versuchen dabei scharf sein sollen, dann ist dieses Kriterium lt. Test auf <em>dpreview<\/em> mit einer Verschlusszeit von 1\/30s und aktivem IBIS bei 135mm Brennweite (90mm auf 35mm Kleinbildformat umgerechnet) gerade noch erf\u00fcllt. Ruhige Hand hin oder her!<br \/>\nIm Normalfall, also ohne <em>IBIS<\/em>, w\u00fcrde ich beim XF 90 mit der Verschlusszeit nicht unter einem 1\/160s fotografieren. 1\/30s sind da also 2.5 Blendenstufen drunter \u2013 das d\u00fcrfte f\u00fcr das <em>IBIS<\/em>-System machbar sein, oder? Verspricht <em>Fujifilm<\/em> uns Anwendern doch immerhin bis zu 5.5 Blendenstufen! Zudem soll lt. Test auf <em>dpreview<\/em> <em>IBIS<\/em> auch noch und mit l\u00e4ngerbrennweitigen Objektiven deutlich besser funktionieren als mit k\u00fcrzeren.<br \/>\nIch bin beruhigt. Da habe ich ja dann wirklich gute Voraussetzungen f\u00fcr einen vergn\u00fcglichen Abend und bekomme zugleich noch <span style=\"text-decoration: line-through;\">gute<\/span> einwandfreie Bilder ganz nebenbei. Alles paletti, oder?<\/p>\n<p>Also, der Abend ist gelaufen, kann die Praxis nun die theoretischen \u00dcberlegungen best\u00e4tigen?<\/p>\n<p>Nun, ich kann von ein paar Eindr\u00fccken berichten, welche die <em>X-H1<\/em> selbst, das <em>XF 90<\/em>-Glas, als auch das Gesamtsystem betreffen. Hinsichtlich der ISO-Einstellung hatte ich, ausgehend von obig angef\u00fchrten \u00dcberlegungen, ISO-Automatik mit 1\/40s als k\u00fcrzeste Verschlusszeit f\u00fcr ISO-Bereich 200 bis 3200 eingestellt. ISO 6400 wollte ich vermeiden, wie sich sp\u00e4ter herausstellen sollte, ein zu optimistischer Ansatz:<\/p>\n<ul>\n<li>Das <em>XF 90 f2<\/em> war von der Brennweite her genau passend, um das Geschehen von meinem Standpunkt aus gut ins Bild zu setzen. Man kommt nah genug ran und die 135mm (im KB-Format) entfalten bereits sehr gut die fotografische Verdichtung des Telebereichs.<br \/>\n<em>Fujifilm<\/em> muss sich hier aber die Frage gefallen lassen, warum es beim <em>XF 90<\/em> nicht f\u00fcr ein f1.4-Glas gereicht hat, wie es in Breite f\u00fcr das Kleinbildformat bei <em>CaNikon<\/em> und auch Drittanbietern (zB. <em>Sigma<\/em>4 Art) verf\u00fcgbar ist? Das w\u00e4re immerhin ein ganze Blendenstufe an Zugewinn. Und der Aspekt eines dann auch noch g\u00fcnstigeren Preises bei <em>CaNikon<\/em> sei hier zumindestens mal angef\u00fchrt.<br \/>\nAuffallend \u2013 und f\u00fcr mich neu bei diesem Objektiv \u2013 waren die gr\u00fcnlichen Geisterbilder, die bei sehr hellen Motiven auftauchten. Dass dieser Effekt aus k\u00fcnstlerischer Sicht bei der Bildkomposition durchaus passen kann \u2013 am Beispiel meines Fotos der mit Neonst\u00e4ben hell erleuchteten Taube \u2013 kann jeder f\u00fcr sich beurteilen, guthei\u00dfen oder verteufeln. Aus der technischen Beurteilung eines Glases heraus sind Geisterbilder jedoch ein klares Manko. Und auch ein paar satte, rautenf\u00f6rmige Blendenflecken (lens flares) tauchten auf \u2013 wobei das alles in Summe bei doch recht speziellen Lichtverh\u00e4ltnissen!<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/wp2\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-40.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1402\" src=\"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/wp2\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-40.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1080\" srcset=\"https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-40.jpg 1920w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-40-300x169.jpg 300w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-40-768x432.jpg 768w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-40-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-40-1612x907.jpg 1612w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-40-1116x628.jpg 1116w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-40-806x453.jpg 806w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-40-558x314.jpg 558w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-40-655x368.jpg 655w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li>Das <em>IBIS<\/em> musste seine Dienste bis runter auf eine 1\/5s verrichten, die Finsternis sprengte also klar meinen hinsichtlich ISO-Automatik und Objektiv vorgegebenen Rahmen. ISO 6400 h\u00e4tten der Kamera sicherlich mehr Spielraum bei der Wahl einer k\u00fcrzeren Verschlusszeit verschafft.<br \/>\nSo aber habe ich (nicht ganz freiwillig) Bilder mit 1\/15s und 1\/20s Belichtungszeit aufgenommen \u2013 das w\u00e4ren dann also wirklich die versprochenen 5 Blendenstufen voll ausgenutzt (1\/160s runter zu einer 1\/5s). Wie also sieht es nun aus mit der Sch\u00e4rfe bzw. der Verwackelungsunsch\u00e4rfe, welche <em>IBIS<\/em> nicht mehr zu kompensierten vermag?<\/li>\n<li>Das bringt mich zum Punkt \u201ePerformance des Gesamtsystems\u201c, denn wenn ich mir das unter Belichtungszeit 1\/5s aufgenommene Bild ansehe, gibt es sehr wohl akzeptable Sch\u00e4rfebereiche, nur nicht dort, wo ich es haben wollte. Was andererseits darauf schlie\u00dfen l\u00e4sst, dass die Qualit\u00e4t des Autofokussystems hier in die Beurteilung mitaufgenommen werden sollte. Ich tu mich hier auch retrospektiv ein wenig schwer genau rekapitulieren zu k\u00f6nnen, auf welches Objekt ich bei diesem Motiv zu fokussieren versucht habe.<br \/>\nIch habe auch einig andere unscharfe Bilder, die mit 1\/30s bzw. 1\/40s belichtet wurden \u2013 hier d\u00fcrften ev. auch die komplexen Gitterstrukturen der Marionetten mit ihren tlw. vorhandenen Reflexionsfl\u00e4chen eine nicht zu untersch\u00e4tzende Aufgabe f\u00fcr das AF-System dargestellt haben. Zur Info: die Gr\u00f6\u00dfe des Messbereichs war jedenfalls auf das zweitkleinste Messfenster eingestellt. Hier h\u00e4tte ich eventuell mit der n\u00e4chstgr\u00f6\u00dferen Einstellung eine bessere Ausbeute erzielt?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zur visuellen Beurteilung habe ich ein Bild mit 1\/15s ausgew\u00e4hlt, welches f\u00fcr mich hinsichtlich Sch\u00e4rfe und Aufl\u00f6sung im Gutbereich liegt. <em>IBIS<\/em> liefert hier guten 3 Blendenstufen (1\/160s \u00e0 1\/80 \u00e0 1\/40 \u00e0 1\/20 \u00e0 1\/15s). Aber macht euch selbst ein Bild &#x1f609;\u2026<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/wp2\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-15cropPiP.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1403\" src=\"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/wp2\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-15cropPiP.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1080\" srcset=\"https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-15cropPiP.jpg 1920w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-15cropPiP-300x169.jpg 300w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-15cropPiP-768x432.jpg 768w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-15cropPiP-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-15cropPiP-1612x907.jpg 1612w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-15cropPiP-1116x628.jpg 1116w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-15cropPiP-806x453.jpg 806w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-15cropPiP-558x314.jpg 558w, https:\/\/foto.refro.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/fujixh1-xf90f2_1-15cropPiP-655x368.jpg 655w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als Conclusio kann ich \u2013 wie so oft im Leben \u2013 mit einem \u201ees kommt drauf an\u201c abschlie\u00dfen. Meine Vermutung ist, dass ohne <em>IBIS<\/em> wohl deutlich weniger Fotos brauchbar w\u00e4ren, wenn \u00fcberhaupt nur ein einziges akzeptabel scharf geworden w\u00e4re?<\/p>\n<p>So kann ich dem <em>IBIS<\/em>-System selbst also einen Mehrwert attestieren, zumindestens im Bereich von zus\u00e4tzlichen 2 bis 3 Blendenstufen, das passt f\u00fcr mich, ist nicht atemberaubend, bietet aber in Grenzsituationen genau jenen zus\u00e4tzlichen Spielraum f\u00fcr die Fotografin und den Fotografen, der das Pendel dann zugunsten einer verwertbaren Aufnahme ausschlagen l\u00e4sst. Auch wenn <em>Fujifilms<\/em> Marketing-Maschinerie bei der Bewerbung des System mit bis zu 5,5 Blendenstufen wieder etwas \u00fcbertrieben hat. Allerdings bin ich mir auch sicher, dass <em>Fujifilm<\/em> via <em>Kaizen<\/em> &amp; Firmwareupdates hier noch einige Verbesserungen im Laufe der Zeit einbringen wird. Der kleine Beigeschmack zur Verwendung von <em>IBIS<\/em> aber lautet, dass das System selbst ohne Wirkung bleibt, wenn der Autofokus in der Dunkelheit die gew\u00fcnsche Pr\u00e4zision nicht liefert. Und hier haben hinsichtlich Zuverl\u00e4ssigkeit und Schnelligkeit die Vertreter der DSLRs wohl noch immer ein klein wenig die Nase vorne.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Linzer Klangwolke im abendlichen Farbenrausch war eine gute Gelegenheit, die In-Body-Image-Stabilization (kurz IBIS) meiner neuen Fuji X-H1 einem ersten Praxistest zu unterziehen. 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