{"id":2232,"date":"2022-05-08T14:36:04","date_gmt":"2022-05-08T12:36:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.refro.at\/refroto\/wp2\/?p=2232"},"modified":"2022-05-08T14:36:04","modified_gmt":"2022-05-08T12:36:04","slug":"auenland-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/foto.refro.at\/?p=2232","title":{"rendered":"Auenland I"},"content":{"rendered":"<p>Von <em>Linz<\/em> aus gesehen ist die Wildnis in Form von Auenland gar nicht so weit weg. Entweder ostw\u00e4rts entlang der B3, die zu den <em>Steyregger Baggerseen<\/em> f\u00fchrt oder aber gen S\u00fcden in die <em>Traunauen<\/em> bei <em>Ebelsberg<\/em> bzw. ein St\u00fcckerl weiter Richtung <em>A1\/Pichling<\/em> zu den beiden <em>Weikerlseen<\/em> und weiter \u00fcbers <em>Mitterwasser<\/em> hin zum <em>Ausee<\/em>, der seine Lage im Namen f\u00fchrt.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Personen scheint die Auenlandschaft nur aus undurchdringbarem Gestr\u00fcpp und Lianen zu bestehen, wer aber wachen Auges auf einen den zahlreich vorhandenen, schmalen Wegen wandert, darf sich nicht nur an der vielf\u00e4ltigen Fauna erfreuen, sondern auch an vielf\u00e4ltigen Mustern &amp; Strukturen, welche die Evolution in Jahrtausenden ausgebildet hat.<\/p>\n<p>Zudem kann die Auenlandschaft auch mit unterschiedlichem Farbenspiel bei mir Punkten. Ganzj\u00e4hrig mit unterschiedlich ausgepr\u00e4gten Reflexionen an der Wasseroberfl\u00e4che, im Fr\u00fchling mit satt \u00fcppigen Gr\u00fcnvariationen, im Herbst in gedeckten Farbnuancen und der Winter vermag die Szenerie an einzelnen Tagen in Hell\/Dunkel-Kontraste der Marke \u201cSchnee &amp; Holz\u201d zu verwandeln \u2013 leider viel zu selten!<br \/>\nHerrscht \u2013 wie heuer im Fr\u00fchling \u00fcber mehrere Wochen trockenes Wetter mit Sonnenschein \u2013 erfreue ich mich in der \u00dcbergangszeit vor dem f\u00f6rmlich explodierenden, intensiven Fr\u00fchlingsgr\u00fcn noch an der aktuell vorherrschenden Auen-Modefarbe: einer Gelbgr\u00fcn\/Ocker\/Hellbraun-Di- bzw. Trichromatie. F\u00fcr viele einfach nur \u201cfad &amp; langweilig\u201d, f\u00fcr mich aber gedeckt, reduziert und aufs Wesentliche fokussiert. \u00a0Einfach nur stimmig. Aber das gilt wohl auch genauso f\u00fcr jede andere der 4 Jahreszeiten.<\/p>\n<p>Ostw\u00e4rts am linken Donauufer beginnt die Auenlandschaft gleich nach der Steyregger Br\u00fccke und zieht sich in unterschiedlich breiten, naturbelassenen, aber isolierten Streifen stromabw\u00e4rts bis Mauthausen. Jedenfalls fiel f\u00fcr dem damaligen Ausbau der <em>Bundestrasse 3<\/em> (B3) einiges an Auenland zum Opfer. Vor mehr als 35 Jahren sa\u00df ich im Zug der <em>Summerauer Bahn<\/em> und bestaunte ungl\u00e4ubig mit Tr\u00e4nen in den Augen den Teilverlust des Au-Urwalds. Zu detailliert war die unwiederbringliche Zerst\u00f6rung dieses urspr\u00fcnglichen Lebensraums f\u00fcr Tier und Pflanzen f\u00fcr mich erkennbar, da die neue und begradigte Schnellstra\u00dfe entlang der Bahntrasse verl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Auch damals gab es bereits durch Schotterabbau entstandene Baggerseen. Heute ist diese Steyregger Seenlandschaft in H\u00e4nden der Welser <em>Treul Kieswerke<\/em>. Auch wenn deren Homepage Beispiele der Renaturierung ihrer Abbaugebiete aufzeigt \u2013 so wird der Begriff \u201e<em><a href=\"https:\/\/www.treulkies.at\/renaturierung.html\">Geborgtes Land<\/a><\/em>\u201c f\u00fcr <em>Steyregg<\/em> die Bildung neuer attraktive Freizeitfl\u00e4chen f\u00fcr Fischern und Wassersportler angef\u00fchrt \u2013 ist es nicht zu \u00fcbersehen, dass gro\u00dfe Fl\u00e4chen des einstigen Urwalds bereits f\u00fcr immer verschwunden sind. Eine Aufforstung ist teilweise zu erkennen, jedoch eher mit in ordentlichem Spalier stehenden, schnellw\u00fcchsigen B\u00e4umen, die gar nicht so recht zur sonstigen Auenlandschaft dazu passen.<\/p>\n<p>Ja, das Wasserskizentrum <em>Salmsee<\/em> ist aus ehemaligen Kiesgruben entstanden. Vor \u00fcber\u00a030 Jahren\u00a0als Wasserski-Leistungszentrum\u00a0f\u00fcr die traditionelle Disziplinen\u00a0Slalom, Trickski und Springen errichtet wird es heute von Wakeboard-Legende und Weltmeister <a href=\"https:\/\/www.fetzysworld.com\/salmsee\/\"><em>Daniel Fetz<\/em><\/a> als Wakeboardschule betrieben. Alles sch\u00f6n &amp; gut, jedoch macht dies nur einen geringen Anteil am Gel\u00e4nde der Ringelau aus und ist ja erst wieder Teil einer kulturellen, also von Menschenhand geformten Freizeiteinrichtung (\u201eNaherholung\u201c) und folgt somit nicht der Fl\u00e4chenr\u00fcckgabe an sich \u00fcberlassene Natur zum Wohle der Artendiversit\u00e4t.<\/p>\n<p>Somit ist nicht alles fotogen in diesem Landstrich der Ringelau. Wer aber mit Neugier einen der zahlreich kleinen Pfaden folgt, wird mit wenigen Schritten abseits mit sch\u00f6nen dichromatischen Urwald-Szenerien belohnt. Und da steh\u2018 ich drauf &#x1f609;!<\/p>\n<p>Addendum Anfang Mai:<br \/>\nNat\u00fcrlich hat die Natur wiederum in ihrem jahreszeitlichen Voranschreiten mein Blogverhalten eingeholt. Nach ein paar Regentagen hat die Au ihr monotones Farbenkleid abgeworfen und alles sprie\u00dft nunmehr in sattem Gr\u00fcn. So f\u00fcge ich neben den Braun- &amp; Ockerbildern nun auch einfach jene in Fr\u00fchlingsfarbe vom letzten Aprilwochenende mit dazu.<\/p>\n<p>PS: die meisten der Bilder im Beitrag wurden mit leichtem Equipment \u2013 also mit meinem iPhone X \u2013 geschossen. Eine Wohltat, den Spaziergang gem\u00fctlich und ohne Fotogep\u00e4ck absolvieren zu k\u00f6nnen. Bei guten Lichtverh\u00e4ltnissen sind die Ergebnisse durchaus in Ordnung, wenngleich auch im Detail nicht immer ganz zufriedenstellend: so zB. beim nerv\u00f6sen Bokeh!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>Tipp zum Ansehen der Bilder: Wem die wechselnde Gr\u00f6\u00dfe der Bilder und die damit einhergehende wechselnde Position der Pfeile zum Weiterbl\u00e4ttern nervt, der klickt einfach auf das Bild und bl\u00e4ttert nun, bei konstanter Position der Pfeile, im Vollbildmodus durch die Gallerie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Linz aus gesehen ist die Wildnis in Form von Auenland gar nicht so weit weg. 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